
Die Ausstellung „Mathematik in Farbe“ des Künstlers Jürgen Felger ist von Montag, dem 5. Januar, bis Freitag, dem 16. Januar, im Foyer des Wiesbadener Rathauses am Schlossplatz 6 zu sehen. Der Eintritt ist frei. Das Rathausfoyer ist montags bis freitags von 7 Uhr bis 18.30 Uhr und samstags von 9 Uhr bis 15 Uhr geöffnet.
Ausstellung und Termine
Felger zeigt Arbeiten, die er seit 2015 in Ausstellungen präsentiert. Nach Stationen unter anderem im Jahr 2022 sind seine neuen Kompositionen erneut in den Flügeln des Rathausfoyers zu sehen. Die Präsentation umfasst digital erstellte Bilder, die als pigmentierte Drucke ausgegeben werden.
Während der Laufzeit bietet der Künstler Führungen an. Interessenten können diese bei ihm per E Mail anfragen.
Arbeitsweise und Bildkonzept
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen geometrisch konstruktive Bildelemente, die auf mathematischen Grundlagen komponiert und proportioniert sind. Felger ordnet Linien, Flächen und Formen in einem System, das Überlappungen und Überblendungen bewusst einsetzt, um strukturelle Zusammenhänge sichtbar zu machen. Die Farbgebung erfolgt nach eigener Darstellung intuitiv, zugleich aber unter Abwägung von Kontrast, Harmonie, Gleichgewicht und Symmetrie oder Asymmetrie.
Der Künstler sieht seine Werke als Vorgaben für Betrachter. Je nach Blickführung werde der mathematische Gehalt sichtbar, in anderen Fällen erschließe sich die Struktur erst durch Interpretation. Felger betont, dass schulmathematisches Wissen ausreiche, um die dargestellten Sachverhalte nachzuvollziehen. Voraussetzung seien mathematische Kenntnisse und Freude an dieser Darstellungsweise, sagt er, die bildhafte Ästhetik stünde dennoch im Vordergrund.
Technik, Themen und biografischer Hintergrund
Felgers Bilder entstehen digital. Als Vorteil nennt er die Möglichkeit, Entwürfe experimentell zu variieren, Gestaltungsschritte zu verbessern oder zu verwerfen. Für geometrisch orientierte, farbreiche Gestaltungen sei dieser Versuchsraum wichtig, etwa hinsichtlich Form, Proportion, Skalierung und Farbenspiel.
Thematisch greift Felger klassische Motive wie den Goldenen Schnitt und die Fibonacci Folge auf. Daneben spielen Elemente aus Geometrie, Trigonometrie, Algebra, Integralrechnung und zahlentheoretische Variationen eine Rolle.
Felger hat Druck und Medientechnik an der Fachhochschule München sowie Berufspädagogik mit Fach Mathematik an der Technischen Hochschule Darmstadt studiert. Er unterrichtete 36 Jahre an der Kerschensteinerschule Mathematik und Farbgestaltung in der Fachoberschule und bildete Mediengestalter für Digital und Printmedien aus. Nach seiner Pensionierung war er als Dozent tätig und führte angehende Medienassistenten in Bildbearbeitungs und Layoutprogramme ein.
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