Drittes Quartiershaus in Wiesbaden eröffnet: Angebote für älter werdende Nachbarschaften werden gebündelt

Drittes Quartiershaus in Wiesbaden eröffnet: Angebote für älter werdende Nachbarschaften werden gebündelt
Drittes Quartiershaus in Wiesbaden eröffnet: Angebote für älter werdende Nachbarschaften werden gebündelt | Bild: Stadt Wiesbaden

In Wiesbaden hat am 2. Juli das dritte Quartiershaus eröffnet. Das Haus in Klarenthal Nord ist Teil eines städtischen Modells, das Beratung, Begegnung und pflegerische Angebote in den Stadtteilen besser verknüpfen will. Ein vierter Standort am Gräselberg befindet sich in Vorbereitung.

Ziele und Angebot vor Ort

Die Quartiershäuser richten sich vor allem an ältere Menschen, Personen mit Unterstützungs oder Pflegebedarf sowie an Angehörige und Nachbarinnen und Nachbarn. Ziel ist es, Hilfen und Informationen niedrigschwellig zu bündeln, damit Betroffene nicht selbst herausfinden müssen, welche Stelle für ihr Anliegen zuständig ist. Das Angebot in Klarenthal Nord fokussiert zu Beginn auf Begegnung, Information, Beteiligung und auf Angebote rund ums Älterwerden. Der Pflegebaustein soll schrittweise ergänzt werden.

Kooperationen und lokale Akteurinnen und Akteure

Das Quartiershaus in Klarenthal Nord entstand in Kooperation zwischen der Stadt und der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte Wohnstadt. Träger und Partner vor Ort sind unter anderem die Johanniter, die Beratungsstelle Selbständiges Leben im Alter, das Volksbildungswerk Klarenthal mit Kurs und Bildungsangeboten, die Di@ Lotsen, der Sozialverband VdK Hessen Thüringen sowie ehrenamtliche Gruppen wie die Stricklieseln. Die Johanniter beteiligen sich unter anderem mit einem Mittagstisch. Zudem konnten Bewohnerinnen und Bewohner bei der Eröffnung Wünsche und Ideen einbringen.

Erfahrungen aus den ersten Standorten

Die städtische Initiative hatte bereits zwei weitere Pilotstandorte gestartet. Im Dichterviertel und Rheingauviertel entstand ein Quartiershaus in Zusammenarbeit mit der Wiesbadener Wohnbaugesellschaft. Dort stehen offene Altenarbeit, digitale Teilhabe, Beratung und die Anbindung pflegerischer Angebote im Mittelpunkt. Im Schelmengraben arbeiten unter anderem die Wohnungsgesellschaft Hessen, die Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden, die BauHaus Werkstätten, die Caritas Altenwohn und Pflegegesellschaft sowie die Johanniter zusammen. Dort haben sich niedrigschwellige Angebote wie Mittagstische als Kontakt und Informationstreffpunkte bewährt.

Rahmen, Bewertung und Ausblick

Die Stadtverordneten hatten das Projekt im Mai 2023 beschlossen. Ein spezialisiertes Team im Amt für Soziale Arbeit hat in den vergangenen zwei Jahren Standorte identifiziert, Bedarfe analysiert und Kooperationsstrukturen aufgebaut. Mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung am 27. Februar 2026 wurde die Zusammenarbeit mit den Wohnungsbaugesellschaften weiter konkretisiert. Die Standorte werden in einer dreijährigen Pilotphase gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern evaluiert. Die Ergebnisse sollen darüber entscheiden, ob das Modell ausgeweitet wird. Hintergrund ist die demografische Entwicklung: Die Zahl älterer Menschen wächst, familiäre Unterstützungsnetzwerke verändern sich und Beratungs sowie Pflegebedarfe nehmen zu. Die Quartiershäuser sollen dazu beitragen, Angebote sichtbarer zu machen und Nachbarschaften zu stärken.

Die Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher betont, dass das Modell konkrete Antworten auf den demografischen Wandel liefere und dass erreichbare Orte, verlässliche Ansprechpersonen und aufeinander abgestimmte Angebote erforderlich seien, damit Menschen im vertrauten Umfeld bleiben können.

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Redaktion Idsteiner Blatt 110 Artikel
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