
Am 6. Februar fand der symbolische Spatenstich für eine neue Grundschule an der Wettinerstraße in Wiesbaden statt. Auf dem Gelände wird ein vierzügiges Schulgebäude mit einer Zweifeldsporthalle errichtet. Nach Angaben der Stadt bietet die Einrichtung Platz für rund 400 Schülerinnen und Schüler und soll im Dezember 2028 fertiggestellt sein.
Standort und städtebauliche Einbindung
Das ursprüngliche Grundstück wurde geteilt. Auf dem nördlichen Teil entsteht die Grundschule, auf dem südlichen Teil ist eine Kindertagesstätte vorgesehen. Zwischen beiden Flächen ist ein öffentlicher Fußweg geplant, der künftig die Wettinerstraße mit dem Parkplatz an der Balthasar Neumann Straße und dem angrenzenden Wohngebiet verbinden soll.
Die Bruttogeschossfläche des Neubaus beträgt rund 8.700 Quadratmeter. Bauherrin und Betreiberin des Projekts ist die WiBau GmbH. Das Unternehmen realisiert das Gebäude im Rahmen eines Mietmodells und vermietet es an die Landeshauptstadt Wiesbaden.
Pädagogisches Konzept und Ausstattung
Im Entwurf stehen flexible Lernräume im Mittelpunkt. Die oberen Geschosse gliedern sich in sogenannte Cluster Lernbereiche, in denen 16 Klassenräume zu autarken Einheiten zusammengefasst werden. Ergänzt werden diese Bereiche durch Differenzierungsräume, Teamräume, offene Lernzonen sowie nutzbare Außenflächen wie Terrassen und Balkone. Die Planung stammt vom Architekturbüro architektei mey aus Frankfurt am Main.
Im Zentrum des Gebäudes liegt eine Aula mit einer Sitzstufenanlage, die als Versammlungsraum für schulische Veranstaltungen dient. Unmittelbar angrenzend befindet sich eine Mensa, in der täglich bis zu 360 Essen in mehreren Schichten ausgegeben werden können. Die direkt angeschlossene Zweifeldsporthalle ist vorrangig für den Schulbetrieb vorgesehen. Sie kann nach Angaben der Verantwortlichen auch von Sportvereinen genutzt werden. Das Dach der Sporthalle wird als Schulhof gestaltet und schließt ebenerdig an die Freiflächen an, sodass ein geschützter Aufenthalts und Bewegungsbereich oberhalb des Straßenniveaus entsteht.
Nachhaltigkeit, Bauablauf und Kosten
Bautechnisch setzt das Projekt auf eine Kombination aus Stahlbeton und Holz Massiv Elementen. Extensive Dachbegrünungen, Photovoltaikanlagen und eine langlebige Fassadengestaltung sollen den nachhaltigen Anspruch des Neubaus unterstreichen. Die Stadt betont, dass Schule, Sporthalle und Freianlagen sinnvoll ineinandergreifen sollen.
Die Verbau und Erdbauarbeiten sind für den Zeitraum Januar bis Juni 2026 vorgesehen, der Beginn der Rohbauarbeiten ist für Juli 2026 geplant. Als Fertigstellung ist Dezember 2028 avisiert. Die Baukosten werden mit rund 29,4 Millionen Euro brutto angegeben, das Gesamtprojektbudget liegt bei 51,2 Millionen Euro brutto.
Oberbürgermeister Gert Uwe Mende bezeichnete den Neubau als gezielte Investition in die Zukunft der Stadt und der Kinder und verwies auf moderne Bildungsangebote, kurze Wege und eine nachhaltige Stadtentwicklung im Wiesbadener Südosten. Schuldezernent Dr. Hendrik Schmehl betonte, dass die Räume so gestaltet würden, dass individuelle Förderung und moderne Unterrichtsformen möglich seien. Baudezernent Andreas Kowol hob die Verbindung von funktionaler Architektur, nachhaltiger Bauweise und einer klugen Einbindung in das Quartier hervor. Christoph Golla, Geschäftsführer der WiBau GmbH, erklärte, sein Unternehmen trage die Verantwortung für eine wirtschaftliche Umsetzung auf Grundlage eines engen und kooperativen Planungsprozesses mit den städtischen Ämtern.
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